Fall Nr. 6

 

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Falltitel: Rauchen im Sportunterricht
Schlüsselsatz: "es lohnt sich für euch beide nicht mehr das feuerzeug in die hand zu nehmen,..."
Begewungsfeld: Im Freien
Disziplin/Sportart: Klettern
Methodik: Erweiterte Formen des Unterrichtens
Didaktischer Zugang: mit Schüler/innen interagieren
Didaktisches Thema:
Textsorte: Chronik
Stufe: Sekundarstufe II
Schuljahr:

Fallbeschreibung:

folgende situation:(während einer stellvertretung passiert)

es handelte sich dabei um eine spezielle stellvertretung. die s. der kantonschule führten nämlich einen sporttag durch. dabei konnten sie sich für die verschiedensten sportarten einschreiben. ich selber betreute das klettern. die s. kamen schliesslich aus verschiedenen klassen (eben jene, die sich für's klettern interessierten) für 2 1/2 std. zu mir in die kletterhalle. im ganzen waren es 3 "schichten" à ca. 20 s. ich möchte schon mal vorausschicken, dass eigentlich alle s. sehr interessiert und motiviert mitmachten. ich hatte überhaupt mit keinen diszipl. o. ä. problemen zu kämpfen, obwohl die kletterhalle z.t. mit weiteren ca. 30 kinder ziemlich überbelegt war.

trotzdem ereignete sich mit der zweiten gruppe ein vorfall, den ich als störend empfand:
die s. kletterten am ende der unterrichtseinheit in zweier- und dreierseilschaften verschiedene routen. zwischendurch erlaubten sie sich
längere verschnaufspausen um sich (v.a.die unterarme!) zu erholen, was auch absolut von mir gebilligt wurde. jetzt hat es jedoch einen s. gegeben, welcher sich in so einer pause an die theke des in die halle intergrierten getränkeausschanksbetrieb setzte und sich eine zigarette anzündete. bei diesem s. handelte es sich übrigens um einen, der während der ganzen zeit sehr interessiert mitgemacht hatte. die lektion war fast zu ende und ich wollte daher mit dem eingreifen noch diese 3 min. bis zum offiziellen abschluss zuwarten, und meinen unmut darüber der ganzen klasse auch mitteilen zu können. vor allem als ich bemerkte, dass sich zwei weitere s. zu meinem "schwarzen schaf" gesellten. ich brach in diesem augenblick trotzdem ein wenig verfrüht ab indem ich sagte: "es lohnt sich für euch beide nicht mehr das feuerzeug in die hand zu nehmen, denn wir räumen weg und nachher kommt ihr noch schnell zusammen!" der erstgenannte s. hatte seinen glimmstengel in der zwischenzeit trotzdem fast zu ende rauchen können. in der anschliessenden aussprache stiess ich seitens der s. auf verständnis für meine position und wir konnten uns finden. nicht zuletzt wahrscheinlich auch, weil ich wie gesagt mit ihrem einsatz sehr zufrieden war.
aber trotzdem die frage: hätte ich als "idealistischer"?? sportlehrer nicht schon früher eingreifen müssen. ...vor allem wenn man bedenkt, dass rauchen während des turnunterrichts nun wahrlich jeglichen "rahmen" sprengt. die offensichtliche freude beim erleben eines neuen sports (für die meisten war es nämlich das erste mal) gibt ihnen doch noch lange nicht das recht, diese "sünde"?! zu begehen. ...auch wenn der inhaber der halle (ein absoluter könner in der szene), selber auch raucht!!!
und eine weiter offene frage: bei der ausprache entgegnete mir der s.: sie verstehen es ja sowieso nicht, denn rauchen sie rauchen ja nicht!!! ja verstehen wir unsere s. wirklich nicht? umgekehrt würde dies ja heissen, dass sie (wenigstens die meisten) uns auch nicht verstehen. sind das nicht denkbar schlechte voraussetzungen für guten sportunterricht? ich meine, gerade hier müsste man ansetzen!
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